Nachdem mir meine heiß geliebte Tante einen Rollschneider, ein Lineal und ein Schneidematte geschenkt hat, stand fest: ich muss unbedingt mal Patchwork probieren. Also ab in den Kindle Store und schon hatte ich ein paar Bücher in meiner Wolke (oder ganz Neudeutsch: Cloud). Es gibt unglaublich viele wunderschöne Sachen und die Entscheidung war schwer und hat etwas gedauert…

… eine Decke sollte es werden. Hidden Stars nennt sich das Muster und sie ist so groß, dass ich da gut drunter passen sollte. Das Zuschneiden hat sich als überraschend meditativ erwiesen hatte ich mir nerviger vorgestellt. Auch das Zusammennähen war super entspannend, weil des durch „chain piecing“ doch recht schnell ging. „Chain piecing“ – dreimal dürft ihr raten, was ich da ein paar Bücher lang gelesen/verlesen hab und recht ratlos war, was denn damit gemeint ist 😀 …

Die Nahtzugabe exakt einzuhalten war gar nicht dramatisch, allerdings muss ich das nächste Mal noch anders zuschneiden, vielleicht nicht mehr als 6 Schichten übereinander, ich hatte doch ein paar Ungenauigkeiten drin. Die haben sich dann irgendwie summiert und ich musste hier und da etwas schummeln, damit es noch irgendwie passt. Manchmal treffen die Quadrate auch nicht exakt aufeinander, da hat sich ebenfalls der Schneidefehler am Anfang gerächt.

Der nächste Anfängerfehler war, dass der rosa Stoff für den Rahmen und die Rückseite wesentlich dünner ist als mein gepatchtes Vorderteil. Ich dachte mir, ich probiere es trotzdem aus. Beim Quilten hab ich nur mit großen Quadraten alle Schichten miteinander verbunden. Filigraneres hätte das dünne Stöffchen nicht mitgemacht. Ganz unten hab ich dann noch Freihand gestickt.

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Beim Abschneiden des letzten Fädchens – kein Witz – hab ich dann auf der Vorderseite in den rosa Stoff geschnitten. War kurz abgelenkt beim Schneiden – böser Fehler – und nun? Ich hab es „überdeckt“ mit einem Miniherzchen, von der Nähmaschine gestickt.

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Ich kann jetzt ohne Weiteres sagen, dass dieser Quilt eine Geschichte erzählt. Während ich geschnitten, genäht und gebügelt habe, hat mein Minikeks auch geschnitten, genäht, gebügelt und wieder alles in seine Einzelteile geschnitten. Jedes Stoffstück (außer der rosa Stoff) ist tatsächlich ein Stoffrest, aus dem irgendjemand hier ein Kleidungsstück hat. Die Kinder stehen begeistert vor der Decke und rufen: „Oh, mein Hut! Mein Kleid! Mein Rock! Meine Hose!“ Das hat schon was 🙂

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Das wird nicht die letzte Decke bleiben, wenn ich jetzt auch erst mal wieder etwas anderes nähen möchte 🙂